Freitag, 23. Oktober 2015

Es ist kapuziert...


…oder kompliziert, wie ich immer befürchtet habe, als ich den Kapuziert.4us von Leni Pepunkt  nähen wollte. Ich hatte bisher noch nie einen Hoodie mit Kapuze für mich genäht und deshalb etwas Respekt davor. Aber was ist besser, als der Nähurlaub, um ein solches Projekt anzugehen? Also zugeschnitten, mitgenommen und dort angefangen. Und siehe da, so kompliziert ist das gar nicht. Im Gegenteil, super erklärt und eins der wenigen Teile, bei denen ich nicht einmal leise vor mich hin geflucht hab. Wobei mein Können anscheinend nicht unbedingt abhängig vom Schwierigkeitsgrad ist. Es gibt auch Röcke, Schwierigkeitsstufe Null, bei denen ich quasi verzweifle, keine Ahnung wieso...



Jedenfalls ist der Kapuziert am Ende sogar sehr weit oben in der Favoritenliste meiner genähten Stücke im Urlaub gelandet. Und wenn ich mich endlich für eine Stoffkombi entschieden habe, wird er ganz sicher nochmal genäht. 


man sieht es nur in Ansätzen - der Gesichtsausdruck ist ein Traum
Beim Fotoshooting war das eins der wenigen Teile, die super zum Herbstwetter gepasst haben und man sich nicht alles abgefroren hat...
 




Die Ärmel habe ich verlängert, weil ich nicht so ein Fan von extrem langen Armbündchen bin. 
Der Schnitt gibt zwei Taschen zur Auswahl, Kängurutasche oder Eingriffstaschen. Ich hab die Eingriffstaschen gewählt, weil die nicht ganz so auffällig sind und sich schön ins Gesamtbild vom Pulli einpassen (die Wolken für sich genommen, sind schon aufällig genug).
Beim Zuschneiden und mit anderen Berichten im Kopf, habe ich befürchtet, dass die Kapuze viel zu groß wird. Ist aber gar nicht so riesig geworden (habe die kleine Variante genommen), die werde ich so beibehalten.





Die Passe im Rücken ist so nicht im Schnitt vorgesehen, aufgrund schlechter Stoffkalkulation meinerseits musste das aber so werden. Ich finde es aber sogar sehr passend und bin froh, dass ich so schlecht Stoffverbrauch einschätzen kann.




 

Den Sweat-Wolkenstoff habe ich mal bei Ebay im Ausverkauf geholt, der dunkelblau melierte Sweatstoff ist vom Stoffcentrum. Ich finde die Kombination sehr gelungen und kuschelig, vielleicht mache ich aus den Resten noch einen Hoodie für den Kurzen.

Ein paar kleine Änderungen werde ich beim nächsten Mal vornehmen. Ich werde ihn noch etwas verlängern, die Eingriffstaschen etwas vergrößern (oder einfach richtig ordentlich zuschneiden) und evtl. etwas mehr taillieren. Kommt aber auf den Stoff an. 


Ich wünsche euch noch ein frohes Nähen,
bis bald

Ni


Donnerstag, 22. Oktober 2015

Tutorial: Fäustlinge für Erwachsene

Dies wird mein erstes Tutorial. Aber bevor ich anfange, möchte ich euch erzählen, wie es dazu gekommen ist:

Bei der Vorbereitung zu unserem Nähurlaub, habe ich festgestellt, dass von meinem Teddyplüschstoff noch ein paar Fetzen übrig sind. Da ich wie erwähnt eher so der Sahara-Typ bin, musste daraus eine Mütze und Fäustlinge entstehen. Ein Schnittmuster für eine Mütze für Erwachsene - kein Problem. Ich dachte mir nichts weiter dabei und gab ohne Bedenken in die Suchmaschine "SM Fäustlinge" ein. Ich möchte hier betonen, dass mir innerhalb von Sekunden bewusst wurde, dass es nicht meine beste Idee war. Tut mir einen Gefallen und macht es nicht nach. Es wird nicht jugendfrei!!!
Ich war etwas verstört. Nicht wegen der Bilder, sondern wegen meiner Dummheit. Ich freue mich auch schon auf die Leser, die tatsächlich nach den Produkten, die ich gesehen habe, suchen und hier landen...
Nun gut, ich habe es mir dann selber überlegt, wie man sich welche näht und es hat sogar funktioniert. Deswegen teile ich es mit euch.


Der Stoff:
Es gibt da mehrere Möglichkeiten. Am Besten ist ein Jersey mit einseitigem Plüsch. Für dünne Handschuhe gehen natürlich auch andere Jerseys. Ich denke, es wäre auch möglich als äußeren Stoff Baumwolle zu nehmen und dann wird mit einem schön flauschigen Stoff gefüttert.
Für das Bündchen kann ganz normales Bündchen oder Jersey verwendet werden. Ich habe einfach meinen Stoff umgedreht und die flauschige Seite für Außen genommen. Sieht hübsch aus und ist kuschelig. 



Der Stoffverbrauch:
Nicht viel. Ich weiß, dass ist jetzt nicht sehr genau. Aber es kommt auf die Größe eurer Hände an. Sind die Handschuhe für Männer oder Frauen? Wie lange soll der Schaft der Handschuhe werden? Ich sage mal grob, braucht ihr einen Stofffetzen der 30 cm x 70 cm misst. Stretch muss in die Breite und nicht in die Länge gehen.


Wie ihr seht, muss es nicht viel Stoff sein


Das Stoffausschneiden:
Legt euch den Stoff am Besten gleich doppelt hin. So müsst ihr nicht soviel schneiden. Rechts auf Rechts oder andersherum. Zuerst müsst ihr eure Hand 2x auf den Stoff zeichnen. Legt eure Hand auf den Stoff und spreizt den Daumen ab. Dann malt mit Kreide oder einem anderen Stift eine großen Umriss um eure Hand. Denkt dran, dass bei wenig dehnbaren Stoffen, der Umfang größer werden sollte. Enger machen kann man zur Not immer noch.


Mit Kreide oder einem Stift um die Hand zeichnen


Mit dem Rollschneider oder Schere ausschneiden

Das Versäubern:
Normalerweise nähe ich gleich alles sofort mit der Overlock. Das ist natürlich praktischer. Geübte Overlock-Näher können gerne versuchen sofort beide Teile zusammenzunähen. Für Normal-Näher oder Nähmaschinen-Näher empfehle ich alle vier Handschuhteile einzeln zu versäubern. Der spitze Winkel zwischen Daumen und Handfläche ist ein bisschen tricky.


Vier Handschuhteile - gegengleich
Daumenteil etwas gerade ziehen

Beim Nähen mit der Overlock, den Daumen einfach etwas dehnen und gerade ziehen. Schon kommt man an der kniffligen Stelle gut vorbei. Klappt natürlich auch mit 2 Stofflagen. Ist aber deutlich schwieriger. Man möchte ja keine Wellen und Kanten reinnähen.
Mit der Nähmaschine kann der Nähfuß angehoben und der Stoff einfach gedreht werden.
Alle vier Teile versäubern.


Das Zusammennähen:
Als nächstes müsst ihr an eure Nähmaschine. Stellt einen 3-fach Geradstich ein. Legt den Stoff Rechts auf Rechts übereinander. Garnfarbe ist egal, die sieht man nachher eh nicht mehr.


Rechts auf Rechts

Passt bitte beim Zusammenlegen auf, dass die Overlocknähte übereinander liegen. Entweder steckt ihr es euch mit Nadeln fest, dann könnt ihr direkt an der Overlocknaht nähen, oder ihr näht ein paar Millimeter daneben. Für Perfektionisten habe ich noch einen kleinen Hinweis: Malt euch noch eine extra Linie die schön rund ist und näht an dieser entlang, damit der Handschuh später schön rund wird.
Die Naht am Daumen ist mit der Nähmaschine nicht ganz so schwer. Einfach an der Wendestelle Nadel im Stoff lassen, Nähfuß hoch und drehen. 


Nähfuß anheben und drehen

So sieht es dann fertig aus

Das Bündchen:
Es gibt da jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder ihr näht den Handschuh bis auf die untere Öffnung zu, oder ihr näht den Handschuh nicht ganz zu und näht dann das Bündchen an. Beides ist machbar. Ich bevorzuge allerdings Variante zwei. Mir ist das immer alles zu klein mit dem Bündchen. Passt das Bündchen einfach eurem Handgelenk an. Macht es nicht zu eng. Es ist ein Handschuh und keine Hose die nicht rutschen darf.
Variante eins sieht natürlich professioneller aus, da die Nähte besser versteckt sind.


Bündchen annähen

Wenn das Bündchen dann dran ist, müsst ihr nur noch die Seitennaht schließen und schon ist der Handschuh fertig. Das Gleiche natürlich noch bei dem zweiten Handschuh wiederholen!



Fertiges Paar Fäustlinge




Ich hoffe, es sind keine Fragen offen geblieben. Falls der Handschuh zu groß ist, lässt er sich später recht einfach enger nähen. Deswegen spart nicht beim Zuschneiden.

Ich wünsche einen tollen Winter und viel Spaß beim Nähen!

Liebe Grüße, eure Ka.

Samstag, 17. Oktober 2015

Tag 5: Alles hat eine Ende....

Der letzte Tag ist angebrochen. Die letzten Sachen wurden genäht. Aber fangen wir ganz am Anfang an:

Nach dem Erwachen aßen wir erst einmal Frühstück. Das war wieder lecker von mir zubereitet, wie die Tage zuvor. 
Draußen regnete es mal wieder ausführlich. 
Ni nähte diesmal recht viel - Shirts, Cardigan, uvm. Ich habe zuerst ein paar Verbesserungen von vorherigem Pfusch vorgenommen und dann angefangen eine Hose auszuschneiden. Hätte nie gedacht, dass ich die Kilos zugeschnittener Stoffe schaffe abzuarbeiten. Ich hatte mir einen wunderschönen schwarzen dicken Leinenstoff auf dem Stoffmarkt in Spandau gekauft. Daraus sollte eine Velara Stoffhose werden von Schnittgeflüster. Das Zuschneiden ging leicht und auch das Zusammennähen erwies sich als recht zügig. Habe diesmal auch fein alle Hosentaschen mit angenäht. Nur ein wenig zu kurz war die Hose am Ende. Aber eine kurze Improvisation machte den Hosenbeinabschluss noch schöner als im Schnitt vorgesehen.
Dann kam das große Shooting. Bevor es dunkel werden würde, wollten wir alle von uns selbstgenähten Sachen fotografieren. Nicht nur die im Urlaub genähten, sondern auch die in den 2-3 Jahren davor. Das hat 1,5 h gedauert. Es sind wirklich hübsche Bilder entstanden. Leider können wir jetzt nicht alle zeigen. Aber eine klitze kleine Auswahl der schönsten Bilder können wir euch nicht vorenthalten.

Ka ihr Lieblingspulli - Feldermauspulli mit Stoff von Alles-fuer-Selbermacher

Schnitt - Frau Emma von Schnittreif

Chino Hose von Feefee in 3/4 länge von Ni

Kapuziert von LeniPepunkt

Kleid Toni von Milchmonster




 
Hier ein wundervolles Webband


Alle im Urlaub genähten Sachen von Ni


Alle im Urlaub genähten Sachen von Ka



Zum Tages- und Urlaubsabschluss sind wir heute Essen gegangen. Die nächste Gaststätte die uns zusagte war in Güstrow in 20 km Entfernung. Ein Mexikaner-Italiener Mix. Das hätte uns schon abschrecken sollen. Aber der Laden war recht gut gefüllt und wir hatten HUNGER. Als Vorspeise gab es vom Hause aus sehr trockenes Rosmarinbrot und eine ominöse Paste. Wir glauben es war Möhrenpamps mit Dill und ohne weitere Gewürze. Es war recht gewöhnungsbedürftig.

Rosmarinbrot mit komischen Möhrenpamps

Zu viel Sellerie

Als Hauptspeise gab es Burritos mit Chili con Carne gefüllt mit Käse überbacken auf einem Gemüsebett. Das Chili war super lecker. Nur beim Gemüsebett waren wir etwas verwundert. Es war Suppengrün. Viel Sellerie und ein paar Möhren, weich gekocht und ohne Gewürze. War jetzt nicht so unser Ding. Naja, man kann halt nicht immer so gut essen wie zu Hause. 

Ich muss langsam mal ins Bett... Bis die Tage,
eure Ka

Freitag, 16. Oktober 2015

Tag 4: Auf Abwegen

Heute morgen habe ich geduscht. Und zwar nicht einfach nur geduscht, sondern ganz gemütlich unter der Dusche gestanden, entspannt die Haare gewaschen und dann noch etliche weitere Minuten einfach nur das Wasser über meinen Rücken rieseln lassen. Jede Mutter die das liest wird wissen, wieso das ein besonderes Highlight für mich war...
Anschließend gings erst mal in etwa so weiter, wie an den vergangenen Tagen: Es wurde gegessen, genäht, ab und zu mal geflucht und viel gelacht.






(Nebenbei: Ich vermisse den Kurzen doch schon ein bisschen, hab angefangen Sachen für ihn zu nähen, ich glaube als Ausgleich oder um mein Gewissen zu beruhigen..)


Zum Nachmittag hin haben wir dann beschlossen, die Pause im Dauerregen zu nutzen, und sind los zu einem kleinen Spaziergang... dachten wir.
Erst mal sind wir auf einem kleinen Feldweg vorbei an noch feuchten Wiesen, Feldern, einem Traktorfriedhof... 
Wagemutig hat sich die Pferde-Nichtmögerin Ka getraut, Pferden aus der Ferne kleine Äpfel zuzuwerfen um anschließend fast einen Herzanfall zu bekommen, als ein paar Meter weiter plötzlich ein anderes Pferd aus dem Verborgenen heraus schnaubte. Ich bin dafür fast umgefallen, als uns von hinten ein Hund angefallen hat... ein bestimmt 30 cm hoher Dackelmischlingswelpe!
Als dann noch seine Geschwister dazu kamen, um mit uns zu spielen, beschlossen wir einen anderen Weg zurück zugehen.
Praktisch, dass wir wenig später an einer Karte vorbei kamen.
 
Karte mit eindeutigem da-sind-wir-Pfeil


Alles klar, Pfeil sagt da sind wir, also einfach den Weg weiter laufen und schon kommen wir wieder nach Hause.
Blöd nur, dass der Pfeil an der falschen Stelle klebte und wir so anstatt 1,5 km
gute 6,5 km "spazieren" durften. Fiel uns natürlich auch erst auf, als Umkehren auch keinen Sinn mehr machte. 
Naja, die Landschaft war auf jeden Fall schön, auch wenn ich nicht wusste, dass in Mecklenburg Vorpommern so viele Berge sind. Ka und ich sind auch überzeugt, dass wir fast nur bergauf und kaum bergab gelaufen sind, nur erklären können wir uns das nicht.
Irgendwann haben wir dann die Heimat doch noch erreicht, mit dreckigen Schuhen und Hosen, aber glücklich (Schrittzahl für den Tag wurde jedenfalls locker geschafft).
über weite Felder erkennt man unser Ferienhaus


Um die verlorenen Kalorien auszugleichen, gabs dann zum Abendessen eine leichte Gemüselasagne mit ungefähr 3 kg Käse. Lecker!!
 
ganz wenig Käse drauf, wirklich! (der Rest ist drin)



Und da wir heute tatsächlich alles zuvor Zugeschnittene vernäht haben, wird Ka morgen wohl noch eine Hose zuschneiden und ich gucke mal, was sich ergibt (vielleicht noch was für den Kurzen).

fertig genäht und auf einem Stapel gelandet

ich wünsch euch noch einen schönen Abend,

Ni